Gesellschaft Marine
Heimatvereine und Gemeinnützigkeit
Einmal im Jahr treten sie mit prächtigen Uniformen, Fahnen und Blumen an die Öffentlichkeit. Dann steht der Stadtteil ganz im Zeichen der Bruderschaft. Die einzelnen Gesellschaften des Regiments sind nicht allzu groß. Durch die überschaubare Zahl der Mitglieder können Freundschaften besser gepflegt werden.
Das hört sich gut an, und wie ist die Wirklichkeit ?
Die Freizeitangebote unserer Zeit werden immer attraktiver, der Kurzurlaub von Freitag bis Sonntag ist schon fest eingeplant. Die Sommerferien sind Juli, August, da kommen die Gesellschaften mit ihren Krönungsbällen echt in Bedrängnis.
Eine neue Nachricht verunsichert die Heimatvereine (Nachteile durch neues Recht ?). Der Gesetzentwurf sieht vor, daß Geselligkeit und Freizeitgestaltung nur im unwesentlichen Maß die Arbeit eines gemeinnützigen Vereins bestimmen dürfen. Versteht Ihr das ?... Wie können Freunde für die ideellen Zwecke der Vereine noch begeistert werden, wenn die Geselligkeit nur noch begrenzt erlaubt ist?. . . Unsicherheit und Resignation breiten sich aus, umdenken ist zu empfehlen. Im Klartext: Schließt Euch zusammen, macht gemeinsame Feste! Ich denke an Bataillonsbälle, dann überfordert ihr auch Eure treuen Mitglieder nicht. Auf ihre Familien bauen alle Jugendlichen auf, auch wenn sie nicht unbedingt unterstützt werden, aber sie sind Ansporn und Sicherheit zugleich. F B.
Doch nun zum Ablauf des Schützenjahres
Unser traditionelles Labskausessen im Spätherbst fand wieder eine ,,satte" Mehrheit. Wir danken den Königspaaren Ross und Hackmann, die dieses Essen ausrichteten.
Auch die Weihnachtsfeier im Stammlokal brachte echte Uberraschungen. Den Kameraden Plöger, Klein und Tap Dank und Anerkennung für diese Bescherung.
Das Kompanie-Königsschießen wird immer beliebter, der Wille allein verbürgt nicht den Erfolg, etwas Glück gehört dazu. Glücklicher Sieger in diesem Jahr und damit neuer Gesellschaftskönig ist Josef Bungarten. Neuer König der passiven Mitglieder ist Willi Radziewski.
Maritim ging es auch am Samstag, dem 4. Juni, beim Kompanie-Krönungsball im Pfarrheim der Kirche Maria unter dem Kreuz zu. Für seine Begrüßungsrede (Laudatio auf die Bruderschaft) erhielt der Vorsitzende Helmut Mücher viel Applaus.
Unter großem Beifall wurden die neuen Träger der Königswürde, Josef und Frieda Bungarten sowie Willi und Hedi Radziewski, in ihr neues Amt eingeführt. Den scheidenden Königspaaren, Klaus Peter Ross und Frau Reit sowie Detlev Hackmann und Frl. Andrea Lesch, sei noch einmal gedankt für die vielen Aufmerksamkeiten im Laufe des Jahres.
Auch den Pfänderschützen, Pokalsiegern und Meisterschützen Dank und Anerkennung für ihre Leistungen. Hansi Rothes machte auch in diesem Jahr von sich reden, er errang gleich zwei Pokale.
Ein musikalisches unterhaltsames Programm verschönerte den weiteren Abend.
Zum Jahresausflug ging es vom 17. Bis 20. Juni an die Nordsee ( Insel Langeoog).
Mein Schlußwort an alle passiven Mitglieder
Bei allen Entscheidungen, die getroffen werden müssen, soll man nicht verschweigen, daß auch der Vorstand nicht im Stande ist, es allen recht zu machen. Jeder bemüht sich auf seine Weise, Pflichten zum Wohle der Gesellschaft zu erfüllen. Zurückblickend auf langjährige Tätigkeit bin ich sicher, daß wir auch weiterhin Vertrauen in unsere Mitglieder setzen dürfen.
Auf Wiedersehn bis im September zum Schützenfest!
Ihre Gesellschaft Marine
PS.: Leider müssen wir auch eine paar traurige Zeilen anfügen. Im April verstarb nach langer schwerer Krankheit Toni Kampers, Ehrenmitglied der Gesellschaft. Er war seit 1965 aktives Mitglied und viele Jahre ehrenamtlich tätig. Allen aktiven Mitgliedern wird er unvergessen bleiben.
Reisekurzbericht:
Land in Sicht!
Die ,,große Reise" der ,,Gorch Fock" dauerte 334 Tage
Die generalstabsmäßig geplante und durchgeführte Weltumsegelung des Segelschulschiffes der Bundesmarine war ein voller Erfolg. Kein Zwischenfall, weder an Bord noch in einem der 18 Auslandshäfen, trübte das Bild. Die Schiffsführung unter Kommandant Immo von Schnurbein hatte manche kritische Situation gemeistert. Schiff und Besatzung kehrten unversehrt zurück. Ein schöner Erfolg.
In allen Häfen hat das Segelschulschiff einen großen Sympathiegewinn erzielt und die Blauen Jungs hatten reichlich Gelegenheit, ihren Horizont zu erweitern, und erlebten, wie es anderswo zugeht.
Die Windjammerparade in Sydney war für die Besatzung ein großes Erlebnis. Etwas Außergewöhnliches war dagegen der Besuch in Haifa, unbestritten eine sehr sensible Angelegenheit. Zum ersten Mal stattete ein deutsches Kriegsschiff Israel einen Besuch ab. Allerdings: ein Kriegsschiff ohne Waffen. Bundespräsident Richard von Weizsäcker hatte letztes Jahr in Israel die Weichen dazu gestellt. Sein Wunsch: das Ansehen der Bundesrepublik und die diplomatischen Beziehungen zu verbessern; ein anderer wichtiger, friedlicher Auftrag der ,,Gorch Fock".
Doch es gab auch einige unter den jungen Kadetten, die angeödet ihre Tage auf dem Schiff zählten. Einladungen im Ausland, Rundfahrten, Segeln in der Karibik oder Traumstände in der Südsee wogen bei ihnen offensichtlich die schwierigen Verhältnisse an Bord eines Schulschiffes unter Segeln nicht auf. Die hohen Temperaturen und die Enge unter Deck, die fehlende Privatsphäre und der unvermeidliche Mannschaftsdrill an Bord schürten den Frust. Manch einer wird sich unterwegs gefragt haben, ob ein solches Unternehmen rund um die Welt mit einem Rahsegler überhaupt notwendig ist und was es ihm persönlich nützt.
Die Antwort wird erst im Rückblick auf die vollbrachte Leistung zu finden sein. Denn auch die größten Meckerer werden später stolz auf die miterlebte erfolgreiche Weltreise der ,,Gorch Fock" sein, und sie werden Worten wie Kameradschaft, Selbstdisziplin und Toleranz einen anderen Stellenwert in ihrem Leben einräumen. Wenn diese Kadetten später auch nur einen Bruchteil ihrer neu erworbenen Lebenserfahrungen auf die ihnen Anvertrauten übertragen, hat sich die Mission der ,,Gorch Fock" auch unter diesen Gesichtspunkten mehr als gelohnt.