Gesellschaft Marine
Schützen sind nicht bloß an wenigen Tagen des Schützenfestes aktiv, ihr Vereinsleben besteht nicht nur aus Feiern, Tanzen und Trinken, sondern das ganze Jahr über gestalten sie die Freizeit mit vielfältigen Aktivitäten.
Sport wird auch bei der Marine groß geschrieben und als Hobby von vielen Mitgliedern aktiv betrieben. Von einer dieser Sportarten soll im nachfolgenden Bericht die Rede sein.
Doch zunächst zum Ablauf des Schützenjahres
Das Kompanie-Königsschießen war auch in diesem Jahr wieder ein Volltreffer. Begeisterung und große Teilnahme brachte die Stimmung und somit den Erfolg.
Neuer Kompanie-König der Gesellschaft ist Klaus Peter Ross (1. Kassierer der Gesellschaft). Neuer König der passiven Mitglieder Detlev Hackmann von der Stamm-Gesellschaft.
Die neuen Königspaare wurden mit viel Applaus vorgestellt, danach bis spät am Abend gefeiert. Kurz vor Mitternacht brachten die Busse uns wieder an die Piwipp zurück.
Fröhlich ging es auch am Sonnabend, dem 23. Mai, beim KrönungsbaIl im Pfarrheim der Kirche Maria unter dem Kreuz zu. Unter großem Beifall wurden die neuen Träger der Königswürde, Klaus Peter Ross und Frau Riet sowie Detlev Hackmann und Frl. Lesch, in ihr neues Amt eingeführt.
Den scheidenden Königspaaren, Werner und Ursula Tap, Rudi Korff und Frau Gustl, sei noch einmal gedankt für die vielen Aufmerksamkeiten im Laufe des Jahres. Auch den Pfänderschützen, Pokalsiegern und Meisterschützen Dank und Anerkennung für ihre Leistungen.
Die Überraschung des Abends war perfekt, als ein Frachtgut aus dem Libanon hereingefahren wurde. Nachdem unser scheuer König die Frachtkosten beglichen hatte, stand plötzlich eine Bauchtänzerin vor ihm. Erster Kommentar: ,,Endlich mal was Neues". Ein musikalisches, unterhaltsames Programm verschönerte den weiteren Abend.
Hansi Rothes war mal wieder eingeladen, diesmal zu seiner eigenen Geburtstagsfeier, die im überfüllten Schützenhaus stattfand. Die letzten Gäste sollen erst Pfingsten wieder zu Hause angekommen sein.
Am 14. Juni starteten wir zum Jahresausflug, vier erholsame Tage unter spanischer Sonne machten uns wieder "top fit" für die kommenden Schützentage.
Allen Freunden und Mitgliedern möchten wir recht herzlich für die rege Teilnahme an allen Veranstaltungen danken.
Auf Wiedersehen bis im September zum Schützenfest!
Reisekurzbericht
,,Zu den Inseln des Wattenmeers"
Schreibe es doch mal ins Visier... Ambitionen in Form von Törnberichten liest man gern, aber hiermit sei es beklagt, zu wenige Geschichten gibt es darunter; die sich zur Weitergabe eignen.
Nur wenige Meilen vor der Küste liegen die holländischen Inseln. Wer sie ansteuern will, muß jedoch schon einen kleinen Seetörn bewältigen. Dann ist man jedoch in einem Ferienparadies...
Irgendwann steht für jeden Segler in Holland der erste Wattentörn auf dem Urlaubsprogramm. Die Inseln liegen ja so einladend vor der Küste. In Kornwerderzand raus, und vier Stunden später macht man seinen Landfall auf Vlieland oder Terschelling. Von den Over nach Texel hinüber ist es nur ein Katzensprung von zwölf Seemeilen, dann können die Ferien so richtig beginnen.
Hört sich ganz einfach an. Ist es im Grunde auch. Nur ein paar Dinge sollte man vorher wissen.
Eindrucksvoller jedoch als jede Theorie bleibt die praktische Erfahrung, wie im Watt der Strom regiert. Den Strom muß man sich zum Helfer machen, und er wird einem die schnellsten Reisen schenken. Gegen ihn anzugehen ist bestenfalls trostlos ermüdend, schlimmstenfalls äußerst gefährlich. So sollte der Neuling seine Kalkulation besser nicht auf Strom gegen Wind oder Wind
gegen Strom abstellen. Schon ab 5 Beaufort baut das andrängende Wasser eine brettharte See auf. Dann ist die Gemütlichkeit weg, und es ist besser, von der Bildfläche zu verschwinden.
Uns erwischte beispielsweise vor etlichen Jahren ein Gewitter. Der Himmel verfinsterte sich in atemberaubendem Tempo mit wahrhaft biblischer Drohgebärde. Blitz, Donner, Sturzregen mit Sicht praktisch Null, an Reifen war in den fliegenden Böen nicht zu denken. An einer Engstelle sahen wir eine deutsche Ketsch, deren Skipper von rot nach grün und zurück kreuzte, um die Orientierung nicht zu verlieren. Ich bin ziemlich sicher, das dies keine schlechte Taktik ist. Aus unserem gemütlichen Trip wurde eine Horror-Kreuzfahrt mit Wind gegen Strom. Eine wahre Lehrstunde in Sachen Watten-Navigation..
Aber ich wollte ja keine Gespenstergeschichten erzählen, sondern Lust und Laune für einen Törn verbreiten. Mit guter Vorbereitung und dem Ohr am Wetterradio kein Problem, bis auf jene Unwägbarkeiten, mit denen jeder Skipper bei kritischem Blick auf Schiff und Ausrüstung rechnen sollte.
Übrigens ist das holländische Watt ausgezeichnet betonnt, auf den meisten Strecken hat man wenigstens immer ein Faß in Sicht.
Nun wird es endlich Zeit, sich auf den Weg zu machen. Nehmen wir einen lauen Sommerabend, an dem wir gerade noch durch die Stavorener Schleuse gerutscht sind. Hochwasser wird sehr früh am nächsten Morgen sein. Da kann man bis Komwerderzand noch gemütlich absegeln und dort vor der Schleuse übernachten. Bis spät in der Nacht werden hier Schiffe aus allen Ecken des Ijsselmeeres eintrudeln. Ein bis zwei Stunden nach Hochwasser schwimmen wir bereits auf der Wattensee. Die 25 Meilen nach Vlieland hinaus sind nun wirklich keine Weltreise. Die paar Schiffe verlieren sich rasch in der Weite. Man ist nahezu allein auf der endlosen Fläche. Bald wird der schmale graue Strich des Abschlußdeichs am Horizont verschwimmen. Auch wenn das ein strahlender Tag werden sollte, noch ist es feucht und kühl auf dem Wasser. Eine bessere Gelegenheit für den Kaffee gibt es kaum. Wo sich der Vliestrom mit dem blauwe Slenk, dem Harlinger Fahrwasser; vereinigt, hat man bei guter Sicht Terschelling und VIeland auf der Kimm. Die Umrisse der Leuchttürme, später die roten Dächer der Dörfchen, schälen sich aus dem Dunst. Wir halten den westlichen Rand des Fahrwassers, schlagen einen respektvollen Bogen um den Sand Richel. Dann kann es sogar ges9hehen, daß auf den letzten Meilen gebolzt werden muß. Hier grüßt der ungemütliche Stortemelk, auf dem schon mancher sei-e Milch verschüttet hat. Was noch zu verschmerzen wäre.
Wer die holländischen Inseln ansteuert, sollte sich Zeit lassen. Es gibt viel zu entdecken auf den Watteninseln.
Schiff Ahoi!! Vielleicht bis zum nächsten Jahr! FB.