Törn Nr.7 Der Kreis an der Bordwand
Ein Fremder, zum erstenmal an der See, erblickt an der Bordwand der Schiffe, etwa in Höhe der Wasserlinie, einen Kreis. Er fragt einen Einheimischen nach dessen Bedeutung. Der hat den Kreis schon so oft gesehen, daß er ihn gar nicht mehr wahrnimmt, und beide zusammen sind nicht klüger als zuvor. Unter uns gesagt, es ist die Lademarke der Seeschiffe. Ein Kreis mit verschiedenen Querstrichen und Buchstaben, die anzeigen, wie tief ein Schiff beladen sein darf. Er ist nicht nur aufgemalt, sondern, dem Schiffsnamen gleich, in die Bordwand gekörnt, damit er weder übermalt, noch verschoben werden kann.
Die Geschichte der Lademarke ist nicht alt. Früher war es Privatsache, ob man ein Schiff beladen oder überladen wollte. Man verließ sich dabei auf Erfahrungswerte und kam dabei offenbar ganz gut zurecht. In einigen Fällen scheint dabei jedoch der Wunsch der Vater des Gedankens gewesen zu sein; denn manche Schiffsunglücke offenbarten, daß man des Guten zuviel getan hatte.
Um 1870 erhoben in England die Versicherer ihre warnenden Stimmen. Schließlich hatten sie den Schaden zu tragen. Aber erst zwanzig Jahre später kam es dort zu Beladungsvorschriften, die für alle britischen Schiffe galten.
In Deutschland stellte die See-Berufsgenossenschaft zusammen mit der Hamburg-Amerika-Linie zur Sicherung der Schiffahrt sogenannte Freibord-Tabellen für Große Fahrt und Große Küstenfahrt auf, die 1903 Gesetzeskraft erhielten. 1907 wurden die deutsch-englischen Auffassungen weitgehend einander angeglichen.
Inzwischen hatten auch andere Staaten diesbezügliche Vorschriften erlassen. Eine von England 1914 vorgeschlagene Internationale Freibordkonferenz verhinderte der erste Weltkrieg. Als diese dann 1930 zustande kam, beteiligten sich an ihr 30 Nationen. Ihre Beschlüsse wurden in Deutschland nach einer ,,Verordnung über den Freibord der Kauffahrteischiffe" rechtskräftig. Sie gilt in erster Linie für alle zur Seefahrt bestimmten Schiffe über 150 Brutto-Registertonnen in der Auslandsfahrt. Der rätselhafte Kreis an der Bordwand ist ihr sichtbarer Ausdruck.
Für eine gut sichtbare Lademarke hatte sich Jahrzehnte zuvor der Engländer Plimsoll eingesetzt; noch heute spricht man in internationalen Seemannskreisen bisweilen von der ,,Plimsoll-Line". Ihre Höhe hängt von verschiedenen Umständen ab: von Größe und Bauart des Schiffes, von seinem Zweck. Passagierschiffe erhalten ein höheres Freibord, Tanker ein geringeres. Öl hat ohnehin einen größeren Auftrieb, es schwimmt immer oben. Hinzu kommt noch der Fahrtbereich des Schiffes,das Gewässer und die Jahreszeit. Das alles ist in wenigen Buchstaben und Querstrichen neben dem Kreis ausgedrückt: FT bedeutet Frischwasser-Tropen, F nur Frischwasser und T allein Tropen, S steht für Sommer und W für Winter. WNA heißt schließlich Winter-Nord-atlantik und hebt den Schiffsrumpf am höchsten heraus. Kriegsschiffe, Fischereifahrzeuge und Jachten führen andere Markierungen.
In der Handelsschiffahrt, für die ein ,,Internationales Freibordzeugnis" vorgeschrieben ist, wird streng auf das Innehalten der Lademarke geachtet. Kein Schiff darf tiefer als bis zur vorgeschriebenen Freibordmarke beladen sein. Mit unverhofften Kontrollen ist in allen namhaften Häfen der Welt zu rechnen. Bei Verstößen können Kapitän und Reeder erheblich bestraft werden.
Bei Fahrlässigkeit ist mit Geldstrafen zu rechnen. Bei Vorsatz muß der Kapitän mit Gefängnis bis zu drei Monaten, der Reeder dagegen mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder Hunderttausend DM Geldstrafe rechnen. Wer sich leichtfertig über den Kreis an der Bordwand hinwegsetzt und dadurch die Sicherheit des Schiffes gefährdet, muß mit der ganzen Strenge des Gesetzes rechnen.
Heinz Brückmann
Bericht über das Jahr 1981/82
Die Zeit zwischen dem Schützenfest 1981 und heute war auch diesmal wieder durch zahlreiche, sehr gut besuchte Veranstaltungen ausgefüllt.
Zunächst startete im Dezember das traditionelle ,,Labskaus-Essen" in den Räumen der neuen Schießsportanlage auf dem Schützenplatz. 160 Mitglieder und Freunde der Gesellschaft nahmen daran teil. Das von Kamerad Wendel gestiftete ,,Labskaus" war wieder Spitze.
Die Monate April und Mai waren für den Schießsport reserviert. In der ,,Erftruhe" bei Wevelinghofen wurde am 25. April der neue Kompaniekönig ausgeschossen. Bei strahlendem Sonnenschein konnte Franz Robeck, als 5. Schütze auf die Platte, den Sieg erringen. Frau Karin konnte sich vor lauter Freude kaum von ihrem ,,König" trennen.
Bei den passiven Mitgliedern tat August Schmidt den erfolgreichen Schuß. August und Erika Schmidt sind schon lange treue Freunde unserer Gesellschaft.
Am 15. Mai 1982 wurde auf der Schießsportanlage der ,,Beste Schütze" für aktive und passive Mitglieder ausgeschossen. Bei den Aktiven konnte Kamerad Hans Dieter Haupt mit 85 Ringen den Sieg erringen. Mit 81 Ringen wurde Kamerad Herbert Gerling bei den Passiven ,,Bester Schütze".
Die Vorbereitungen für den Krönungsball am 26. Juni liefen schon früh an. Zum erstenmal fand diese Veranstaltung im Pfarrsaal ,,St. Maria unter dem Kreuze" statt. Wir glauben alle, es hat sich gelohnt.
Die Bühne und ein Teil des Raumes wurden durch den Kameraden Eberhard Köhn hervorragend dekoriert. Er hat die Träume eines Seemannes gut nachempfunden:
,,Einmal noch nach Bombay' einmal nach Hawaii".
Etwas ganz besonderes ließen sich die Kameraden Helmut Mücher, Eberhard Köhn und Hansi Rothes als Nummern-Fräulein einfallen. Auf einer Großleinwand zeigten sie die Pfänderschützen der Gesellschaft einmal von einer sehr lustigen Seite. Es wurde über die bildliche Darstellung und die dazugehörenden Sprüche herzhaft gelacht.
Gleich zu Beginn der Veranstaltung wurde jeder Dame vom Königspaar Franz und Karin Robeck eine Orchidee überreicht. Eine sehr schöne Geste.
Kamerad Gustav Kohlhover, seit einem Jahr aktives Mitglied der Gesellschaft, hatte mit seiner Idee: ,,Der Abend muß mit Sekt beginnen", den prickelnden Ton zur Begrüßung der Gäste gefunden. Seine Spende, mit Wiener Charme serviert, wurde sehr gerne angenommen.
In dem kurzen Bericht über das Vereinsleben darf jedoch der Jahresausflug nicht unerwähnt bleiben. Nach 10 Jahren wurde wieder ein Flug zur Baleareninsel Mallorca gebucht. 23 Kameraden haben die Sonne und das Meer so richtig genossen. Es waren harmonische Urlaubstage.
Die vereinseigenen Veranstaltungen in diesem Jahr sind nun vorbei. Jetzt freuen wir uns alle auf das Schützenfest 1982.
Die Pfänderschützen des Königsvogels sind: Toni Kampers, Karl Bremm, Willi Plöger, Hans Klein und Hans Haupt.
Der 1. Vorsitzende der Gesellschaft ist Franz Bellartz, Kalkumer Straße 11, 4000 Düsseldorf 30, und Schriftführer ist Hans-Dieter Haupt, Benzstraße 18, 4040 Neuss 1.