Gesellschaft Marine
Die Veranstaltungen der Gesellschaft Marine waren in den letzten Wochen wieder Höhepunkt im gesellschaftlichen Leben der aktiven und passiven Mitglieder.
Zunächst wurde zum traditionellen Labskaus-Essen eingeladen. Die Kameraden Fontes und Wendel hatten die richtigen Zutaten für dieses köstliche Gericht. Zahlreiche passive Mitglieder fühlten sich an diesem Abend so richtig wohl im Kreis der Aktiven. Am 12. April fanden wir uns alle auf der neuen Schießsportanlage der Bruderschaft ein, um den ,,besten Schützen" zu ermitteln.
Mit 81 Ringen holte sich Willi Plöger nun endgültig den Pokal. Theodor Horstmann war mit 77 Ringen der Beste bei den passiven Mitgliedern.
Zu einem großen ,,Familien-Treff" mit Königsschießen wurde der 3. Mai 1981. Mit zwei Bussen fuhren wir nach Rosellerheide. Nach Kaffee und Kuchen wurde dann fleißig auf die Königsvögel geschossen.
Neuer Gesellschaftskönig wurde der 1. Vorsitzende, Franz Bellartz. An seiner Seite steht seine Gattin Marianne. Friedrich Wendel wurde König der passiven Mitglieder. Seine Gattin Marie-Therese hilft ihm bei diesem schönen Amt.
Claus Rübner sorgte mit der Hamondorgel anschließend für Stimmung durch seine Tanz- und Unterhaltungsmusik.
Als besondere Gäste konnten wir den 1.Schatzmeister der Bruderschaft Rolf Koenen und seine Gattin begrüßen.
Für den 30. Mai wurde zum großen Krönungsball eingeladen. Das Heim der Postkleingärtner auf dem Lemgoer Weg war der richtige diese Veranstaltung. Die Gesellschaft konnte zahlreiche Freunde und Bekannte begrüßen. Die ,,Melody Band" und verschiedene andere Künstler brachten mit ihren Darbietungen alle Anwesenden in die richtige Feststimmung. Nach der Begrüßung konnten wir eine stolze Zahl von neuen aktiven Mitgliedern vorstellen. Eine besondere Ehrung unserer älteren Mitglieder - Hans Schmitz, Toni Kampers und Otto Peffgen - fand sehr großen Beifall.
Der Jahreßsausflug der Gesellschaft ging in diesem Jahr zur Nordseeinsel Wangerooge. Auch diese Veranstaltung wird wohl noch lange Zeit ein lustiges Gesprächsthema sein.
H.D. Haupt
Törn Nr.6
Wie die Wolken, so sind auch die Seevögel wandernde und segelnde Kameraden des Seemannes. Nur selten ist auf den weiten Meeren das brodelnde Wasser der Heringsschwärme, ein jäh hochschnellender Fisch, der Wasserstrahl eines Wales oder die verhaßte, die Wasserfläche leicht ritzende Schwanzflosse eines Haies zu sehen. Zum Teil begleiten die Seevögel die ausfahrenden Schiffe bis auf die See hinaus, jedoch die meisten halten sich nur in Küstennähe auf. Nur dort, wo auf See warme und kühlere Wassermengen aufeinanderstoßen und wo ein gewaltiger Reichtum an Fischen, Pflanzen, Holzstücken usw. sich anstaut, da findet sich auch stets eine zahlreiche Vogelwelt ein. Auf freiem Meer sind nur wenige große Seevögel zu sehen.
Diese Sturmvögel sind die schnellsten und ausdauerndsten Segelflieger unter den Seevögeln. Ihre wahre Heimat ist die See, die sie nur zum Brüten verlassen. Mit einer Flügespannweite von rund vier Metern ist der Albatros der gewaltigste. Die Farbe des Albatros ist meist weiß mit schwarzen Streifen an den Schwingen. Auffallend ist der lange, gekrümmte Schnabel. Er ist der wahre König der Hochsee, in deren Luftmeer er in majestätischem Segelflug dahinschwebt. Meist aber steht er fast auf der Stelle in der Luft. Wie Geier, frißt der Albatros alles, was er findet. Ihm ähnlich ist der bräunlich-schwarze Fregattvogel, dessen Schwingen 2,30 m lang sind. Er geht im Gegensatz zum Albatros nie auf Wasser nieder, sondern lebt nur von fliegenden und dicht unter der Meresoberfläche schwimmenden Fischen.
Kleine Sturmvögel, die oft die Schiffe begleiten, sind der Mövensturmvogel, der Eissturmvogel, der Tropikvogel, der Petersvogel, die Sturmschwalbenarten, der Petrel, die Kaptaube und andere. Am häufigsten sieht man auf See die Sturmschwalben. Sie sind über den ganzen Atlantik hin zu finden und müssen demnach ausgezeichnete Flieger sein. Sie leben von Abfällen, Krebstieren und kleinen Fischen.
Auf den Inseln, den Eisbergen und auf dem Treibeis des Südens leben die über einen Meter großen, an Land komisch watschelnden Pinguine. Wie diese besitzen auch die auf den meisten Meeren lebenden Kormorane große Schwimmhäute.
Die Kormorane sind gute Taucher und nicht scheu, deswegen werden sie in China zum Fischfang vom Boot aus abgerichtet. An und für sich sind die Kormorane schlechte Flieger. Sie sind im Fluge aber sehr ausdauernd. Früher waren sie in Nordeuropa stärker verbreitet. Heute findet man sie hin und wieder noch an der holländischen Küste.
Die meisten Seevögel, zu denen man auch den auf felsigen Küsten horstenden Seeadler rechnen kann, schwimmen und tauchen. Alle Tauchvögel, wie die Alke, die Lumme und auch die Kormorane tauchen bis zu einer Wassertiefe von 30 Metern. Die grönländische Königsente soll imstande sein, sogar bis auf 100 Meter zu tauchen. Daß die meisten Seevögel gesellig leben, beweisen auch unsere bekanntesten Arten, wie die Möve und ihre Unterfamilien, die See-, Raub-, Mai- und Girrschwalben. In der Nordsee leben die Silber-, Dreizehn- und die Mantel-(Herings) Möve. Sie begleiten die Schiffe bis weit auf das Meer hinaus. Sie scheinen stundenlang und mühelos gleiten zu können. Leider stört die Freude an ihnen ihr häßliches Kreischen und Krächzen sowie die Tatsache, daß sie meist Aasfresser sind. Raubmöven und Seeschwalben sind deswegen sympathischer. Sie meiden die Nähe des Menschen und verzehren nur lebende Fische. Die Riesenraubmöve schlägt auch kleinere Vögel. Bekannt ist der Brotneid aller Möven aufeinander. Um sich zu retten, würgt eine gejagte, schwächere Möve im Fluge ihren Kropfinhalt aus, der von der ihr folgenden Raubmöve gleichfalls im Fluge sofort verschlungen wird. An Land sind alle Seevögel sehr ungeschickt und leicht zu fangen. Von außerordentlich großem Wert ist die Gewinnung der zersetzten Exkremente von Seevögeln, das Guano. Es gibt ein vorzügliches Düngemittel ab. Die großen Lager an der Westküste von Südafrika, besonders aber die an der Westküste von Südamerika, sind durch Raubbau bereits erschöpft.
Kaum faßbar ist es, daß auf hoher See auch hin und wieder Schmetterlinge in oft sehr großen Schwärmen angetroffen werden. Sie werden durch große Stürme aus dem Süden der Sahara über das Mittelmeer bis zum Norden Europas verschlagen. Die gewaltigste Leistung vollbringt ein amerikanischer Falter, der Monarch. Er fliegt manchmal in kilometerlangen Schwärmen von Amerika nach Europa, sowie über den Stillen Ozean nach Australien und Neuseeland. Bedenkt man die winzige Größe dieser Schmetterlinge und die bei ihrer Langsamkeit und der gewaltigen Entfernung kaum faßbar langen Flugzeit, dann steht man vor einem Rätsel der Natur.
Heinz Brückmann