Die Veranstaltungen der Gesellschaft Marine im letzten Schützenjahr waren voller Erfolg für alle Beteiligten.
Zunächst startete im Dezember 1979 das traditionelle Labskaus-Essen im evangelischen Gemeindesaal Diezelweg.
Am 5.Mai 1980 folgte dann die "Fahrt ins Blaue" nach Rosellerheide zu Königsschießen für die aktiven und passiven Mitglieder.
Kompaniekönig wurde Willy Plöger. Hans Rothes konnte bei den passiven Mitgliedern die Königswürde erringen.
Gleich 14 Tage später wurde der Krönungsball 1980 in Verbindung mit dem 3ojährigen Bestehen der Gesellschaft Marine im katholischen Pfarrsaal von St. Bruno gefeiert.
Vor vollbesetztem Haus konnte der erste Vorsitzende Franz Bellartz zahlreiche Ehrengäste von der Bruderschaft Unterrath begrüßen.
Der Kompaniekönig Willy Plöger und seine Königin Mia brachten viele Freunde aus ihrem Wohnstadtteil Heerdt mit nach Unterrath. Da er auch König beim Sappeur-Korps ist, durften natürlich dessen Mitglieder nicht fehlen, an ihrer Spitze Hauptmann Heinz Sprenger. Die Kameraden der Marine-Gesellschaft Rath waren ebenfalls zahlreich vertreten.
Für seine 3ojährige Tätigkeit als Kassierer wurde Kamerad Hans Schmitz besonders geehrt.
Die große Zahl der anwesenden passiven Mitglieder machten die Krönung des Passiven-Königs Hans Rothes und seiner Königin zu einem rechten Volksfest.
Als beste Schützen konnten WilIy Plöger und Friedrich Wendel ausgezeichnet werden.
Ein ganz besonderer Dank gilt dem Major des 3. Bataillons Erich Feldkamp. Zu unserem Jubiläum überreichte er der Geselschaft einen selbstangefertigten Wandteller aus Mosaik. Er wird seinen Ehrenplatz im Vereinszimmer erhalten.
Das künstlerische Programm des Abends brachte zahlreiche Höhepunkte. Das erste Fanfarenkorps Heerdt, Pit & Joe und Karl-Heinz Piasat als Jubelbräutigam sorgten für gute Stimmung im Saal.
Die Skiffel-Group ,,Bruno's Stampfkapelle" brachte Musikstücke mit Waschbrett, Ketten usw. zu Gehör. Für die größte Überraschung sorgten jedoch die ,,Fidelen Trachtenmusikanten" vom St. Nikolaus-Kloster bei Glehn, 13 junge Menschen, die sich mit ihrer Musik das Theologiestudium verdienen.
Für die Tanzmusik war das "Domingo-Trio" verpflichtet worden.
Von dieser Stelle aus möchte die Gesellschaft Marine nochmals allen, die dabei waren, für ihre Teilnahme recht herzlichen Dank sagen.
Dieter Haupt
In den letzten Törns wurde das Meer in verschiedenen Variationen dargestellt.
Die Seekrankheit
Wenn man von der See spricht, kommt man unweigerlich auf ein weniger erfreuliches Thema:
,,Die Seekrankheit"
Sie gehört zu jenen Leiden, die sich hart an der Grenze des Komischen bewegen. Leider ist sie nur komisch für den, der zusieht. Manche Menschen pflegen auf jeder Schiffsreise ihre Bekanntschaft zu machen. Was sage ich - Bekanntschaft ? Die Hartnäckigkeit, mit der sie sich immer wieder einstellt, deutet schon auf eine enge Verwandtschaft hin. Sozusagen in aufsteigender Linie. Die Seekrankheit ist eigentlich keine Krankheit, sondern ein Zustand, der respektlos seine Opfer sucht. Kaiser Wilhelm II., ansonsten ein großer Flottenfreund, neigte zur Krankheit, und selbst ein Seeheld wie Nelson soll nicht frei von gewesen sein. Segelschiffsmatrosen, die von ihrem Windjammer auf einen heftig schlingerden Dampfer kamen, erlebten Rückfall. Auch die Seeleute früherer Zeiten begegneten ihr neue, wenn sie nach ausgedehntem Winterlager ihre Nasen zum ersten Mal wieder in den Wind steckten.
Andererseits gibt es Leute, noch dazu aus dem Binnenlande, denen sie überhaupt nichts anzuhaben vermag. Es ist nicht zuletzt eine Sache der Veranlagung.
Wie schützt man sich nun gegen dieses Übel, das selbst eine harmlose Reise nach Helgoland zur Qual machen kann? Es gibt natürlich Vorbeugungsmittel, gewisse Brompräparate, die gegen die Seekrankheit schützen sollen und in manchen Fällen auch tatsächlich helfen. Jedenfalls bildet man sich das ein. Meistens ist jedoch alles buchstäblich im Eimer, sobald sich der Horizont hebt und senkt. Ganz Schlaue versuchen, die Bewegungen des Schiffes auszugleichen, indem sie sich von einem Bein aufs andere verlagern. Ihnen kann ich nur raten: Lassen Sie's sein, das Schiff hat die größere Ausdauer, und zum Schluß liegen Sie doch lang.
Einem alten Ratgeber zufolge, lege man sich ins Bett, ehe man noch auf die hohe See hinausgekommen ist, oder nehme wenigstens sooft wie möglich eine horizontale Lage ein. Dabei halte man sich
ruhig und warm, eine Leibbinde wird empfohlen, und man schließe die Augen. Man esse nicht zuviel. Keks oder Schwarzbrot mit Butter und gesalzenem Fleisch, dazu ein Glas Cognac (oder zwei) und ein wenig Bier ist zu empfehlen. Ab und zu etwas frische Luft in die Kajüte einzulassen, ist sehr wohltuend. Das hört sich schlicht und einfach an und dürfte dem Erfolg noch am nächsten kommen; Wem das noch nicht genügt, dem wird im gleichen Atemzuge ein angeblich aus England stammendes Mittel empfohlen. Nämlich eine Mischung aus 11/2 Gramm Ohloral, 25 Gramm destilliertem Wasser, 30 Gramm Klosterbeerensyrup, 1 Tropfen Pfefferminzessenz oder 2 Teelöffel Chloralsyrup. Wenn man diese Mischung mit gebührender Sorgfalt hergestellt hat, nehme man sie und schütte sie am besten gleich aus dem Bullauge.
Berufsfachleute pflegen ein Stück fettes Schweinefleisch oder einen Salzhering zu verschlucken. Schon die bloße Vorstellung genügt, um einen an Deck zu treiben.
Unser Gelegenheits-Seereisender ist im gleichen Augenblick wieder gut zuwege, in dem das Schiff ruhige Gewässer erreicht oder er seinen Fuß auf festen Boden setzt. Dann ist alles wie weggeblasen. Nichts bleibt zurück als gemischte Gefühle und die stille Hoffnung, daß es nächstesmal besser sein möge.
Heinz Brückrnann