Die letzten Monate im Gesellschaftsleben der Marine waren wohl für alle Beteiligten mit sehr viel Freude verbunden. Die monatlichen Zusammenkünfte dienten nicht nur der Vereinsarbeit, sondern auch sehr oft dem Frohsinn. Ich möchte von unserem Kompanie-Königsschießen berichten, das ein voller Erfolg wurde. 2 Reisebusse brachten 45 Kameraden mit ihren Frauen nach Grefrath. Dort wurde zunächst einmal der König der aktiven Mitglieder ausgeschossen. Hans Ohmen tat den Schuß des Jahres. Es war ein spannender Kampf. Seine Frau Citte wird ihm in seinem schönen Amt zur Seite stehen.

Zahlreiche passive Mitglieder waren der Einladung zu unserem Ausflug gefolgt. Mit einem tollen Schuß konnte Klaus-Peter Ross die Würde bei den passiven Mitgliedern erringen. Mit ihm und seiner Frau Riet haben wir ein schönes Königspaar der ,,Passiven" gefunden.

Als bester Schütze für das Jahr 1979/80 konnte sich Willi Plöger placieren. 81 Ringe von 90 möglichen sind eine stolze Zahl.

Bei den Passiven wurden Hedwig Bremm und Friedrich Wendel mit 79 Ringen von 90 möglichen beste Schützen.

Bei Kaffeeklatsch, Kegeln und einigen Stunden Frohsinn und Tanz ging ein sehr harmonischer Ausflug zu Ende.

Am 26. Mai 1979 startete dann im Evgl. Gemeindesaal auf dem Diezelweg der Kompanie-Krönungsball. Viele Freunde der Gesellschaft, die aktiven und passiven Mitglieder waren wohl alle vertreten. Eine sehr gelungene Bühnendekoration überraschte alle Anwesenden. Die Kapelle Gert Wierschen sorgte für den richtigen Schwung. Ein Shanty-Chor der Bundesbahn konnte uns mit seinen Liedern begeistern. Die Jungen und Mädel der Skriffelband von St. Bruno brachten mit ihrem Auftritt einen weiteren Höhepunkt im Programm an diesem Abend, Nicht vergessen möchte ich ,die ,,Kreuzweg Dancers" aus Rath. Dieses Männerballett war sehr temperamentvoll und brachte das Haus zum Wanken.

Die Gesellschaft ,,Marine" darf mit dem Ablauf des Krönunqsballes sehr zufrieden sein. Sehr spät wurde der Heimweg angetreten.

H.D. Haupt

Die Untiefen des Meeres

Das Thema - das Meer - ist so unerschöpflich, daß es sich geradezu aufdrängt, weiter, darüber zu berichten.

Bisher sind bereits (drei Abhandlungen im Visier erschienen. Heute nun soll von den ,,Tiefen des Meeres die Rede sein, eben weil gerade hierüber große Unklarheit herrscht - oder hätten Sie es gewußt ?

Die glatte Oberfläche des Meeres darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß sein Boden stellenweise ähnlich wie, der des festen Landes tiefe Täler, jähe Schluchten, Ebenen, Mittelgebirge, Felsmassive und Hochgebirge besitzt. Nur werden sie dem Seemann ebenso wenig bewußt, wie einem Flieger über den Alpen. Von oben betrachtet ist das Tal ein tiefer Grund, das Hochgebirge wird zu einer über den Meeresspiegel ragenden Insel, das jäh emporwuchtende Felsmassiv zu einem gefährlichen Riff.

Alle Höhenmessungen auf der Erde beziehen sich, auf den Meeresspiegel als Nullpunkt. Dieser ideale mittlere Wasserstand ist durch jahrelange Pegelmessungen festgelegt worden. Der deutsche Pegel, das ,,Normal-Null", liegt nur drei Millimeter über dem Nullpunkt des Amsterdamer Pegels. Der Höhenunterschied aller Mittelmeere der Welt macht im Höchstfalle 30 Zentimeter aus, der der Ozeane ist noch bedeutend geringer.

Während die mittlere Höhe aller Festländer nur etwa 700 Meter beträgt, kann man die mittlere Tiefe der Ozeane auf 3900 Meter veranschlagen. 36,2 v. H. der ganzen Erdoberfläche werden von Meeren bedeckt, die eine Tiefe von über 400 Meter besitzen, und über 50 v. H. des Weltmeeres sind tiefer als 3500 Meter.

Zum Vergleich werden nachstehend die mittleren und größten Tiefen der bekanntesten Meere genannt:

  Mittl. Tiefe Meter Größte Tiefe Meter
     
Stiller Ozean

4100

10793

Atlantischer Ozean

3800

8526

Indischer Ozean

3600

6200

Mittelmeer

1450

4400

Nordsee

90

808

Ostsee

70

430

     

Die Durchschnittstiefe der drei Ozeane beträgt 3900 Meter, die der Mittelmeere 1059 Meter und die der Randmeere 829 Meter. Von den Ozeanen besitzt der Pazifische mit 4100 Metern die größte Mittlere Tiefe. Von den Mittelmeeren ist das persische mit 35 Metern noch flacher als die Ostsee, deren mittlere Tiefe rund 70 Meter beträgt. Von den Randmeeren ist britische mit 62 Metern flacher als die Nordsee mit 90 Metern.

Die Einflüsse von Sonne, Seegang, Gezeiten, Strom und Dünung wirken höchstens bis in eine Meerestiefe von 200 Metern hinab. Während auf der Erde durch Erdbeben durch Jahrtausende von Verwitterung und Abschwemmung scharfe Erhebungen entstanden sind, bildet der größte Teil des Meeresgrundes eine ziemlich glatte Fläche. Nur an einzelnen Stellen sinkt er in Mulden, Gräben und Rinnen tief ab oder steigt in Form von Sockeln, Schwellen, Rücken und Bänken empor.

Die großen Senken, der Weltmeere sind das Nordamerikanische Becken, die Kap-Verden-Mulde, die Westafrikanische Mulde, das Brasilianische Becken, das Austral-Indische Becken, das Atlantisch-indische, das Pazifische und Südpolar-Becken, das Argentinische Becken und die Kap-Mulde. Die tiefsten Gräben der Weltmeere sind der Puerto-Rico-, Tonga-, Philippinen-, Guam- und Kurilen-Graben. Die meisten Kontinente sind von nur etwa 100 bis 200 Meter tiefen Meeren umgeben, die man Schelfmeere nennt, hierzu gehört auch die Nordsee. Erst am Rande dieser Meere, der Kontinentalstufe, senkt sich der Meeresboden steil bis auf 300 bis 4000 Meter Tiefe, so daß man berechtigt ist, die Schelfmeere als Teile der Kontinente anzusehen.

Auffallend sind die steilen Böschungen der Meeressenken vor allem aber auch die der Erhebungen. So steigt z.B. die Gettysburg-Bank bis zu 55 Metern unter dem Meeresspiegel aus einer Tiefe von 5150 Metern steil empor. Außerordentlich jäh fallen ,die Abstürze der vulkanischen Inseln des Atlantischen und Stillen Ozeans ab, z. B. die von St. Helena, Ascension, St. Paul, die der Bermuda- und der Koralleninseln im Stillen Ozean. Ihre Böschungswinkel sind mit mehr als 35 Grad noch steiler als die des Vesuvs.

Der größte Höhenunterschied der Welt findet sich an der Westküste Südamerikas, wo die 6000 bis 7000 Meter hohen Anden im steilen Winkel zu einem bis 7635 Meter tiefen Tiefseegraben absinken. Ähnlich stark ist der Höhenunterschied an der Ostküste Japans vom 3780 Meter hohen Fudji zur 8490 Meter tiefen Tuscarora-Rinne. Überhaupt finden sich die größten Meerestiefen nicht in den Mitten der Ozeane, sondern vorzugsweise an ihren vulkanischen Rändern.

Die größte Tiefe des Atlantischen Ozeans beträgt 9526 Meter und liegt nur 80 Seemeilen von der Insel Puerto Rico entfernt. im Südindischen Ozean stellte im westlichen Teil der Kergueln-Mulde das deutsche Forschungsschiff ,, Baldivia" 1898 eine Meerestiefe vor 5733 Metern fest. 1906 maß das Marinevermessungsschiff ,, Planet" im austral-indischen Becken süd-westlich von Java als größte Tiefe 7000 Meter.

In ,der Sulu-, Celebes- und Banda-See befinden sich zahlreiche Gräben mit steilen Rändern, die bis 6500 Meter tief sind. Noch zahlreicher, größer und tiefer sind die Gräben des Stillen Ozeans. Im Osten der Tonga-Inseln fand man eine Tiefe von 9427 Metern. Zwischen den Marianen und Karolinen stellte das amerikanische Kriegsschiff ,,Nero" eine Tiefe von 9636 Metern fest. Im Philippinengraben lotete 1927 unser Kreuzer ,,Emden" sogar 10793 Meter Meerestiefe, die größte Tiefe aller Meere der Erde.