Zwei Jahre sind vergangen, sich die Gesellschaft Marine ,,Visier" zu Wort gemeldet hat.
Es ist schon etwas Schönes, nach einer gewissen Zeit Rückblick zu halten auf ein Jahr, das für die Kameraden der Gesellschaft Marine und deren Freunde von besonderer Bedeutung war.
Im Jahre 1950 hatten verschiedene Unterrather Bürger eine Gesellschaft Marine in der St. Sebastianus Schützenbruderschaft gegründet. Das war für uns der Anlaß, das 25jährige Bestehen zünftig zu feiern.
Für die zahlreichen Freunde der Gesellschaft war es eine große Überraschung, als ihnen eine Einladung ins Haus flatterte, die so richtig zeigen sollte, daß Marine und Wasser zusammengehören:
,,Bordkarte für eine Jubiläumsfahrt mit dem Fahrgastschiff Stadt Düsseidorf" am. 14. Juni 1975.
Leider bescherte der Wettergott uns bei dieser Abendfahrt auch noch reichlich Wasser von oben. Aber das tat der Stimmung an Bord keinen Abbruch. Die ganze Atmosphäre an Bord, die Dekoration in rot-weiß als Kontrast zum Blau der Marine und die Eleganz der anwesenden Damen waren dazu angetan, die Stimmung sehr schnell auf eine ganz schöne Höhe zu bringen.
Die schmissigen Darbietungen des Marine-Tambour-Korps haben allen Gästen an Bord und den am Ufer Promenierenden richtig eingeheizt. Man konnte fast das Gefühl haben, auf einer Kreuzfahrt zu sein. Musik und Tanz auf allen Decks! Tombola mit vielen tollen Preisen! Die Plätze an der kleinen Schiffsbar waren ständig belegt!
Und für alle Fälle ein kleiner Seesack mit Bord-Notverpflegung! (Tolle Idee!!)
Die Krönungen des Jubiläums-Königspaares Heinz und Annernane Fontes und des Königspaares unserer passiven Mitglieder, Lutz und Erika Hassel, waren die Höhepunkte der Fahrt.
Eine große Uberraschung, die zugleich als Anerkennung für die gute Kameradschaft innerhalb der Gesellschaft gewertet werden kann, bescherten uns Ehrenmitglied Ludwig Kempen und seine Frau. Sie hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen. In den 25 Jahren ihres Bestehens hat die Marine schon so manche wertvolle und schöne Ehrengabe bekommen, aber dieses Geschenk, ein Pokal, ist, doch etwas ganz Besonderes, denn man kann aus ihm nicht trinken, man muß ihn durch kleine Schlitze mit Scheinen und Münzen füllen. Schlösser sichern ihn und sein Inhalt dient dazu, Gemütlichkeit und schöne Stunden im Kreis der Marine zu fördern. Dazu gehören das Labskaus-Essen - eine besondere Delikatesse -, die Krönungsbälle, die Schieß-Wettbewerbe und die jährlichen Reisen an ,die Nord- oder Ostsee.
Wir sehen aus diesem Bericht, das Jubiläumsjahr war für uns alle eine sehr schöne runde Sache.
Im ruhigen Jahr 1976 waren der großartige Schuß unseres Kameraden Otto Peffgen beim Königsschießen und ,die gute Zielübung unseres Passiven Bernhard Griebsch ,die Höhepunkte. Otto und Sybilla Peffgen haben es unter Assistenz von Bernhard und Hedi Griebsch verstanden, das Jubiläumsjahr nicht so schnelI ausklingen zu lassen.
Wenn wir an das Jahr 1977 denken, so hat sich zu dem Zeitpunkt, an dem diese Zeitschrift erscheint, die Gesellschaft mit einem Problem auseinandergesetzt, das für uns alle von Bedeutung ist: Sie wissen, und man kann es in ,den Berichten der letzten Jahre nachlesen, daß die Marine sich nie als eine ,,militärische" Gesellschaft angesehen hat. Unser Ziel war es immer, seemännische Traditionen im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten zu pflegen. Wir glauben auch, daß es uns gelungen ist, diese Tatsache der Bevölkerung gegenüber und innerhalb der Bruderschaft deutlich zu machen. Gerade deshalb ist es nicht verwunderlich, daß wir uns zum diesjährigen Schützenfest in einer neuen ,,Verpackung" der Unterrather Bevölkerung und den anderen Kameraden der Bruderschaft vorstellen werden. Wir möchten damit erreichen, daß weitere Mitbürger die Möglichkeit finden, einer Gesellschaft beizutreten, die sich in der Offentlichkeit nicht mehr das Gepräge einer militärisch ausgerichteten Einheit gibt.
Wir glauben, unser Bericht wird viele Leser anregen, sich etwas mehr mit dem Weg der Gesellschaft Marine und deren Innenleben zu befassen.
Alle Kameraden der Gesellschaft freuen sich auf das Schützenfest 1977