Prolog ( zur Fahnenweihe 1951)
In alten Zeiten, als der Mensch als Mensch noch galt,
stand über den Gewässern als Sturm des Herrn Gewalt
und gab den Menschen kund,
daß Gottes Macht in ferner Stund´
I h m anvertrauet werdet.
Im Anfang aber war das Wort
Und im Gefolge Erd´ und Meer.
Des M e n s c h e n Haupt jedoch sucht seinen Ort,
baut Haus und Hof, und stand in Wehr.
Erdteil und Weite verbinden,
daß ließ der Geist auf Mehren finden;
denn als noch Ruhe auf dem Land,
dem Ozean schon das Schiff bekannt.
Wenn unter Wolken, über Wogen
Die Wasser sich und Wellen bogen,
d a n n fuhren Segler, stolz geschwellt;
wie Ritter sich zu Ritter stellt.
Es kam die Zeit, daß schon verlor
Der Mensch das Maß, der arme Tor.
E r hat zerstört, was Gottesrechten,
ließ Menschen auf Galeeren knechten.
Und wenn sie durch die Fluten trieben
Mit blut´gem Schweiß, die Kraft zerrieben,
d a ward´s in Menschenherzen warm !
Wer leiht Galeerenknechten seinen Arm ?
Die Zeit verrauscht. Die Zeit war kommen,
da tat den Menschen Freiheit frommen.
Aus der Galeere ward das Schiff.
Zwar stets noch in Gefahr vor´m Riff.
Doch ward in dieser Metamorphose
Der S k l a v e freier Seematrose.
Seitdem Matrosen, wir Ihr wisst,
die Flagge der Freiheit an Deck gehisst.
Seitdem steht auch der Mensch auf Warte.
Mag´ auch der Teufel wie Gewitter toben.
Der Mensch erringt den Weg nach oben.
Er sehnt sich nach der Freiheit Standarte.
Wie niemand ihn verwehren kann,
ist höchstes Gut, der letzte Mann.
Der letzte Mann auf der Standarte,
fürwahr, - das ist die Freiheitswarte
auch heute im Geiste der Maschine:
Auf See und auf Deck: Die stolze Marine,
sie flügt durch die Fluten von Süden nach Norden.
Ein Ende auf See hat genommen das Morden.
D a s war vordem. Nun haben wir heute
Ein Banner. Es steht zur Weihe, Ihr Leute.
Seht hier im Bilde den letzten Mann.
Über Treue sonst niemand sprechen kann.
Der letzte Mann geht als Letzter vom Schiff.
Er scheut nicht den Untergang, scheut nicht das Riff.
Er sieht nur der Brüder große Schar,
denen sein Opfer die Rettung war.
Sie, die Sie alle gern hier verweilen,
sollen die Gruppe Marine in die Schützen einteilen.
Auf daß es eine Gemeinschaft werde
Zum Ruhme des Herrn dieser Erde.
So wollen das Banner wir enthüllen.
Es wird uns alle mit Freude erfüllen.
Erhebt Euch, Marine
Und Ihr Getreuen von St. Sebastian !
Schaut stolz Euch dieses Banner an.
In Kameradschaft und Treue zusammensteh´n
Heißt bereit sein, auch schwere Wege zu geh´n.
Nun falle, du Hülle, das Banner wartet schon
Es will Euch voran geh´n in alter Tradition.
Es will Euch führen auch fürderhin
Den Weg zum letzten Ziele hin.