Düsseldorf, den 18.11.1950

Prolog

An einem Tage im August

wir Frauen haben das nicht gewußt,

da saßen ein paar Seebären allein

und wollten gründen einen Schützenverein.

O je mine, o Schreck, o Graus

seitdem sah man sie kaum zu Haus,

eine Versammlung kam nach der andern dran

wir Frauen hatten kaum noch einen Mann.

Stets mußten sie pünktlich zur Stelle sein

sonst kam eine DM Strafe in die Kasse hinein,

und nun, um ihnen diesen zu ersparen

ließen wir sie immer jagen.

Ich glaube, ich hatte den ärmsten Mann,

stets kam er von Fontes auf die letzte Minute an

dann ging es los, Kink jif mir de´ Strümp,

de´ Botz, der Mantel, de' Schoh on' et' Hemd.

Unser Kind daß schrie, das war egal,

und sag ich: Kind was willst du? dann gab es Skandal

an gewissen Abenden war alles gleich,

ur daß mein Mann pünktlich sein Ziel erreicht.

Doch wir Frauen kamen dadurch zu kurz,

und machten nun endlich damit Schluß,

wir gingen ihnen nach und was sah man 0 je,

der Marine-Verein war wirklich okee´

Jetzt ist uns tatsächlich alles einerlei,

und wir sind nun stets dabei,

immer geht es nun mal bis des morgens früh'

uns ist es gleich, denn wir scheuen keine Müh'.

Doch nun laßt uns wirklich vernünftig werden

es gibt ja nur einmal ein Leben auf Erden,

jetzt wollen wir uns nicht mehr streiten und zanken,

wir steuern unser Schiff ohne zu wanken.

Im Leben, zu Hause, und auch im Verein,

überall wollen wir gute Kameraden sein,

wir sind zusammen und überall dabei,

wir wünschen den Männern ein Dreimal ahoi.

Nun sind wir heute hier zusammen gekommen,

und ihr alle habt es vernommen

für uns soll der Abend ganz allein,

nur voll von Frohsinn und Freude sein.

Auch wir Seemannsbräute nett und fein,

wollen daran beteiligt sein,

drum haben wir etwas ausgedacht

und das ist uns eingefallen über Nacht.

Die letzte Versammlung brachte es zustande

doch senket nicht die Augen bei der kommenden Schande,

ist auch vieles wohlgenährt,

so seid nicht allzu sehr empört.

Denn alle kommen Heute dran,

vomn kleinen bis zum großen Mann,

doch keiner soll voll Angst aufblicken,

wenn zutage treten kleine Zicken.

Wir bitten nochmals jeden Einen,

wenn's ihn trifft, nicht zu weinen,

was wird gebracht an Freuden Und an Klagen,

mit lachen möge er es ertragen.

Laß drum zum Schluß niemand kommen

unser Wahlspruch heißt:

" Es wird nicht übelgenommen"

1 Kordes

Männi, Männi, denke dran,

was aus dir noch werden kann?

Wenn da schöne Frauen stehn´

kannst du nicht vorüber gehn'.

2 Brückmann

Heinz genannt, du Langer,

du bist fürwahr kein Banger

sagst du Heute ich bin ruiniert,

so hast du dich morgen prima amüsiert.

3 Haupt

Teddy auf Ehr', du bist kein Bär

wenn Männer scbwindeln dann wird´s heiß,

aber die Grete setzt man niemals auf´s Eis.

 

4 Kampkötter

Stups im Einladen bist du ganz groß,

die Mosersache verstehst du famos,

aber einmal wird's auch mies,

für unsern kleinen großen Spieß.

5 Schmitz

Oehm du sitzt auf heiße Kohlen,

wenn du hierher wirst befohlen,

noch fester sitzt du auf dem Geld,

wenn Finchen ihre Hand aufhält.

6 Hansen

Man hört und ruft du Dicker,

du bist ein großes dünnes Krachgewitter,

doch mit deiner Laune ist es okee',

hast du dein Mäuschen in deiner Näh.

7 Windbergs

Liebchen, Liebchen stell lieber das Saufen was ein,

tu lieber den Damen was in die Kasse hinein,

und laß die Perlen von den Säuen verschlucken,

dann werden sich die Damen nicht mehr mucken.

8 Schuster

Jetzt kommt auch unser Jung mal dran,

ja ihr Lieben, das ist unser Klabautermann,

hat er mal einen zuviel getrunken,

so fängt er gleich wieder an zu flunkern,

9 Fontes

"Sägemehl" , ein Stichwort der Kompanie,

wie's zusammen hängt erfuhren wir nie

drum geben wir unserm Heinz den Namen,

er kann es schließlich am besten vertragen.

Unsre Frau Hauptmann o Schreck o Graus,

spieht das arme Sägmehl aus,

drum Heinz sei bitte gescheit

und laß es kommen nicht mehr soweit,

ich weiß nicht ob ihr's beide könnt vertragen,

was will der eine, in des andern Magen.

10 Thiel

Koze-Lang das Mädel ist immer noch gut,

und du trinkst weiter das Opt' Ende Blut,

wenn man dich andern morgens sieht Wanken,

dann wackeln auf unserm Kahn die Planken.

11 Kewersum

Nun höre her, du kleine Melone

wenn du zum Teufel gehst,bist du auch noch nicht ohne,

wir wünschen dir, daß du noch lange bleibest hier und

trinkst noch weiter mit uns dein Bier,

12 Kandora

Päulemann, Päulemann, du siehst dir viel die Damen an,

doch laß dich nicht dabei erwischen,

sonst hopsen nachher hier die Stühle und Tische.

 

13 Opt´Ende

Du ürige Bas, wir bitten ohne unterlaß',

die nächste Razia im Portemonnaie von Käthchebas,

doch hat dich der Alkohol genast,

dann bist du der allerbeste Bas.

14 Gronendahl

WillibaId, Willibald ach wie ast das Bier so kalt,

wenn es im Magen anfängt zu frieren,

auf zum Tanz und nicht genieren,

15 Brückmann

Als lustiger Wittwer ist der Willi bei uns bekannt,

bei uns wird er der Casanova genannt,

weil er Tag und Nacht wird von den Damen berannt.

16 Trappe

Hänschen klein geht allein manchmal bei Opt´Ende hinein

dann kann man von dem Benjamin erleben wie er eins nach dem

tut heben.

17 Dewantier

Blondi unser guter Junge ist nun. tatsächlich auf det Sprunge,

sich eine kleine Frau zu fangen,

doch Blondi ich rufe es ganz laut,

erzieh sie als richtige Seemannsbraut.

18 Peffgen

Ottokar du hast einen zu langen Schlund,

denn beim Saufen machst du es manchmal zu bunt,

ziehe deine Bremsen an,

sonst kriegt das Sybillchen einen versoffenen Mann.

19 Bürger

Leckere sei doch nicht immer so bescheiden,

dein Feuerzeug tut beim Friedchen nicht leiden,

greife nur frisch danach hin, denn Böses hast du doch nicht im Sinn

20 Wimmers

Scheißerle du bist bei uns schon bekannt,

weil du immer pünktlich gehst an Land,

wenn die andern noch drinnen schwimmen,

bist du schon zu Haus mit der Emmy am singen.

21 Bellartz

Du hast Glück bei den Frau´n Belami

doch mit ner' Frau sieht man dich nie,

das darf nicht immer so sein,

sonst bleibst du immer und ewig allein.

22 Klein

Kleiner Hans wirst du genannt,

doch bei uns bist du anders bekannt

denn es schwebt dir nur im Sinn,

für unsere Gesellschaft gibst du allen hin.

23 Heise

Heise-Hans du Blumenkönig,

du blühst für uns noch viel zu wenig

doch wenn das Frühjahr kommt heran

so bitten wir, steh deinen Mann.